F43.2 Anpassungsstörungen

Kurz erklärt: Anpassungsstörung: seelische Belastung (Niedergeschlagenheit, Sorgen, Anspannung) als Reaktion auf ein einschneidendes Lebensereignis wie Trennung, Krankheit oder Jobverlust.

ICD-10-GM 2022Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSAAnpassungsstörungen, sonstige Reaktionen auf schwere Belastung, sonstige nicht-psychotische organische Störungen, schädlicher Gebrauch von Alkohol / Drogen ohne Abhängigkeitssymptom — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Hierbei handelt es sich um Zustände von subjektiver Bedrängnis und emotionaler Beeinträchtigung, die im Allgemeinen soziale Funktionen und Leistungen behindern und während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen auftreten. Die Belastung kann das soziale Netz des Betroffenen beschädigt haben (wie bei einem Trauerfall oder Trennungserlebnissen) oder das weitere Umfeld sozialer Unterstützung oder soziale Werte (wie bei Emigration oder nach Flucht). Sie kann auch in einem größeren Entwicklungsschritt oder einer Krise bestehen (wie Schulbesuch, Elternschaft, Misserfolg, Erreichen eines ersehnten Zieles und Ruhestand). Die individuelle Prädisposition oder Vulnerabilität spielt bei dem möglichen Auftreten und bei der Form der Anpassungsstörung eine bedeutsame Rolle; es ist aber dennoch davon auszugehen, dass das Krankheitsbild ohne die Belastung nicht entstanden wäre. Die Anzeichen sind unterschiedlich und umfassen depressive Stimmung, Angst oder Sorge (oder eine Mischung von diesen). Außerdem kann ein Gefühl bestehen, mit den alltäglichen Gegebenheiten nicht zurechtzukommen, diese nicht vorausplanen oder fortsetzen zu können. Störungen des Sozialverhaltens können insbesondere bei Jugendlichen ein zusätzliches Symptom sein.

Hervorstechendes Merkmal kann eine kurze oder längere depressive Reaktion oder eine Störung anderer Gefühle und des Sozialverhaltens sein.

Inklusive:

Hospitalismus bei Kindern

Kulturschock

Trauerreaktion

Exklusive:

Trennungsangst in der Kindheit F93.0

Diagnosehäufigkeit

27.629 Fälle · 50 % Frauen · Gipfel 20 bis unter 25 Jahre · 65 % Allgemeine Psychiatrie’22

Rang 106 von 7.638 auf derselben Katalogebene · 0,16 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 33 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr5222300,19 %16,0
1 bis unter 5 Jahre16793740,60 %25,4
5 bis unter 10 Jahre3472061411,3 %28,4
10 bis unter 15 Jahre1.8504271.4236,7 %18,4
15 bis unter 18 Jahre2.1246881.4367,7 %13,1
18 bis unter 20 Jahre1.8608141.0466,7 %9,5
20 bis unter 25 Jahre3.5051.8831.62213 %9,3
25 bis unter 30 Jahre2.4851.4351.0509,0 %9,0
30 bis unter 35 Jahre2.4511.4331.0188,9 %10,0
35 bis unter 40 Jahre2.1121.2368767,6 %9,6
40 bis unter 45 Jahre1.7589568026,4 %10,8
45 bis unter 50 Jahre1.4227626605,1 %10,5
50 bis unter 55 Jahre1.5488417075,6 %12,2
55 bis unter 60 Jahre1.6418937485,9 %12,7
60 bis unter 65 Jahre1.1076184894,0 %12,5
65 bis unter 70 Jahre7013683332,5 %13,0
70 bis unter 75 Jahre5882883002,1 %12,8
75 bis unter 80 Jahre5752623132,1 %11,7
80 bis unter 85 Jahre6922943982,5 %11,4
85 bis unter 90 Jahre4291812481,6 %9,7
90 bis unter 95 Jahre17587880,63 %10,3
ab 95 Jahren4018220,14 %10,8

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 9,0 Tagen (25 bis unter 30 Jahre) und ⌀ 28,4 Tagen (5 bis unter 10 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

54.269 Fälle

Überwiegend Allgemeine Psychiatrie (65 %)

  • Allgemeine Psychiatrie65 %35.510
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie13 %7.314
  • Psychosomatik/Psychotherapie13 %7.286
  • Pädiatrie2,4 %1.306
  • Innere Medizin2,2 %1.173
  • Übrige 23 Abteilungen3,1 %1.680
▸ Übrige einzeln
  • Neurologie2,1 %1.166
  • Kardiologie0,19 %102
  • Geriatrie0,16 %86
  • Gastroenterologie0,13 %73
  • Intensivmedizin0,13 %71
  • Sonstige Fachabteilung0,11 %62
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,044 %24
  • Chirurgie0,041 %22
  • Unfallchirurgie0,035 %19
  • Pneumologie0,024 %13
  • Orthopädie0,015 %8
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,013 %7
  • Kinderchirurgie0,009 %5
  • Endokrinologie0,007 %4
  • Nephrologie0,007 %4
  • Neurochirurgie0,007 %4
  • Dermatologie0,004 %2
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,004 %2
  • Urologie0,004 %2
  • Gefäßchirurgie0,002 %1
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,002 %1
  • Rheumatologie0,002 %1
  • Strahlenheilkunde0,002 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F43.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis29

Abnorme Adaptationsreaktion
Primärschlüssel
Abnorme Anpassungsreaktion
Primärschlüssel
Abnorme Situationsreaktion
Primärschlüssel
Abnorme Trauerreaktion
Primärschlüssel
Adaptationsstörung
Primärschlüssel
Adaptationssyndrom
Primärschlüssel
Anpassungsstörung
Primärschlüssel
Anpassungsstörung des Sozialverhaltens
Primärschlüssel
Anpassungsstörung im Alter
Primärschlüssel
Anpassungsstörung im Jugendalter
Primärschlüssel
Anpassungsstörung mit emotionaler Krise
Primärschlüssel
Anpassungsstörung mit emotionaler Symptomatik
Primärschlüssel
Anpassungssyndrom
Primärschlüssel
Culture shock
Primärschlüssel
Emotionale Krise
Primärschlüssel
Heimweh
Primärschlüssel
▸ noch 13 Einträge
Hospitalismus beim Kind
Primärschlüssel
Kulturschock
Primärschlüssel
Kurzdauernde depressive Reaktion bei Anpassungsstörung
Primärschlüssel
Langdauernde depressive Reaktion bei Anpassungsstörung
Primärschlüssel
Leichter Hospitalismus beim Kind
Primärschlüssel
Nostalgie
Primärschlüssel
Psychische Anpassungsstörung
Primärschlüssel
Soziale Anpassungsstörung mit emotionaler Beeinträchtigung
Primärschlüssel
Stresssyndrom
Primärschlüssel
Temporäre Situationsstörung
Primärschlüssel
Trennungsangst
Primärschlüssel
Vorübergehende Situationsstörung
Primärschlüssel
Adaptationsreaktion
zurückgezogenPrimärschlüssel

Änderungen

2010Bestand
Anpassungsstörungen

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2022 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte