F43.1 Posttraumatische Belastungsstörung

Kurz erklärt: Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): anhaltende Folgen eines traumatischen Erlebnisses, etwa sich aufdrängende Erinnerungen, Schlafstörungen, Anspannung.

ICD-10-GM 2022Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSAPosttraumatische Belastungsstörung — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Diese entsteht als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Prädisponierende Faktoren wie bestimmte, z.B. zwanghafte oder asthenische Persönlichkeitszüge oder neurotische Krankheiten in der Vorgeschichte können die Schwelle für die Entwicklung dieses Syndroms senken und seinen Verlauf erschweren, aber die letztgenannten Faktoren sind weder notwendig noch ausreichend, um das Auftreten der Störung zu erklären. Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Albträumen, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten. Ferner finden sich Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. Meist tritt ein Zustand von vegetativer Übererregtheit mit Vigilanzsteigerung, einer übermäßigen Schreckhaftigkeit und Schlafstörung auf. Angst und Depression sind häufig mit den genannten Symptomen und Merkmalen assoziiert und Suizidgedanken sind nicht selten. Der Beginn folgt dem Trauma mit einer Latenz, die wenige Wochen bis Monate dauern kann. Der Verlauf ist wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. In wenigen Fällen nimmt die Störung über viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine andauernde Persönlichkeitsänderung (F62.0) über.

Inklusive:

Traumatische Neurose

Diagnosehäufigkeit

15.972 Fälle · 76 % Frauen · Gipfel 20 bis unter 25 Jahre · 65 % Allgemeine Psychiatrie’22

Rang 201 von 7.638 auf derselben Katalogebene · 0,093 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 34 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre11650,069 %11,9
5 bis unter 10 Jahre10857510,68 %47,5
10 bis unter 15 Jahre6451295164,0 %42,9
15 bis unter 18 Jahre1.2602031.0577,9 %39,8
18 bis unter 20 Jahre8651617045,4 %36,1
20 bis unter 25 Jahre2.1304161.71413 %37,1
25 bis unter 30 Jahre1.6874181.26911 %38,6
30 bis unter 35 Jahre1.4483911.0579,1 %40,1
35 bis unter 40 Jahre1.3873831.0048,7 %40,9
40 bis unter 45 Jahre1.3453879588,4 %42,0
45 bis unter 50 Jahre1.2923339598,1 %44,2
50 bis unter 55 Jahre1.5093931.1169,4 %44,9
55 bis unter 60 Jahre1.3603629988,5 %46,6
60 bis unter 65 Jahre6241594653,9 %49,5
65 bis unter 70 Jahre185471381,2 %42,6
70 bis unter 75 Jahre5714430,36 %49,9
75 bis unter 80 Jahre204160,13 %32,0
80 bis unter 85 Jahre208120,13 %30,8
85 bis unter 90 Jahre14590,088 %16,0
90 bis unter 95 Jahre4130,025 %7,3
ab 95 Jahren1010,006 %11,0

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 36,1 Tagen (18 bis unter 20 Jahre) und ⌀ 49,5 Tagen (60 bis unter 65 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

54.269 Fälle

Überwiegend Allgemeine Psychiatrie (65 %)

  • Allgemeine Psychiatrie65 %35.510
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie13 %7.314
  • Psychosomatik/Psychotherapie13 %7.286
  • Pädiatrie2,4 %1.306
  • Innere Medizin2,2 %1.173
  • Übrige 23 Abteilungen3,1 %1.680
▸ Übrige einzeln
  • Neurologie2,1 %1.166
  • Kardiologie0,19 %102
  • Geriatrie0,16 %86
  • Gastroenterologie0,13 %73
  • Intensivmedizin0,13 %71
  • Sonstige Fachabteilung0,11 %62
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,044 %24
  • Chirurgie0,041 %22
  • Unfallchirurgie0,035 %19
  • Pneumologie0,024 %13
  • Orthopädie0,015 %8
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,013 %7
  • Kinderchirurgie0,009 %5
  • Endokrinologie0,007 %4
  • Nephrologie0,007 %4
  • Neurochirurgie0,007 %4
  • Dermatologie0,004 %2
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,004 %2
  • Urologie0,004 %2
  • Gefäßchirurgie0,002 %1
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,002 %1
  • Rheumatologie0,002 %1
  • Strahlenheilkunde0,002 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F43.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis5

Fremdneurose
Primärschlüssel
Posttraumatische Belastungsstörung [PTBS]
Primärschlüssel
Posttraumatische Verbitterungsstörung
Primärschlüssel
Traumatische Neurose
Primärschlüssel
Unfallneurose
Primärschlüssel

Änderungen

2010Bestand
Posttraumatische Belastungsstörung

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2022 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte