F43.0 Akute Belastungsreaktion

Kurz erklärt: Akute Belastungsreaktion: vorübergehende, heftige seelische Reaktion direkt nach einem außergewöhnlich belastenden Ereignis.

ICD-10-GM 2022Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSAAkute Belastungsreaktion — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Eine vorübergehende Störung, die sich bei einem psychisch nicht manifest gestörten Menschen als Reaktion auf eine außergewöhnliche physische oder psychische Belastung entwickelt, und die im Allgemeinen innerhalb von Stunden oder Tagen abklingt. Die individuelle Vulnerabilität und die zur Verfügung stehenden Bewältigungsmechanismen (Coping-Strategien) spielen bei Auftreten und Schweregrad der akuten Belastungsreaktionen eine Rolle. Die Symptomatik zeigt typischerweise ein gemischtes und wechselndes Bild, beginnend mit einer Art von "Betäubung", mit einer gewissen Bewusstseinseinengung und eingeschränkten Aufmerksamkeit, einer Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten und Desorientiertheit. Diesem Zustand kann ein weiteres Sichzurückziehen aus der Umweltsituation folgen (bis hin zu dissoziativem Stupor, siehe F44.2) oder aber ein Unruhezustand und Überaktivität (wie Fluchtreaktion oder Fugue). Vegetative Zeichen panischer Angst wie Tachykardie, Schwitzen und Erröten treten zumeist auf. Die Symptome erscheinen im Allgemeinen innerhalb von Minuten nach dem belastenden Ereignis und gehen innerhalb von zwei oder drei Tagen, oft innerhalb von Stunden zurück. Teilweise oder vollständige Amnesie (siehe F44.0) bezüglich dieser Episode kann vorkommen. Wenn die Symptome andauern, sollte eine Änderung der Diagnose in Erwägung gezogen werden.

Inklusive:

Akut: Belastungsreaktion

Akut: Krisenreaktion

Kriegsneurose

Krisenzustand

Psychischer Schock

Diagnosehäufigkeit

9.039 Fälle · 54 % Frauen · Gipfel 20 bis unter 25 Jahre · 65 % Allgemeine Psychiatrie’22

Rang 355 von 7.638 auf derselben Katalogebene · 0,053 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 32 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr6150,066 %2,8
1 bis unter 5 Jahre201190,22 %2,6
5 bis unter 10 Jahre13068621,4 %5,4
10 bis unter 15 Jahre6992164837,7 %5,8
15 bis unter 18 Jahre8782865929,7 %5,2
18 bis unter 20 Jahre5592493106,2 %4,0
20 bis unter 25 Jahre1.05653152512 %3,8
25 bis unter 30 Jahre8114433689,0 %4,4
30 bis unter 35 Jahre7283813478,1 %3,9
35 bis unter 40 Jahre7143583567,9 %3,9
40 bis unter 45 Jahre6753273487,5 %5,1
45 bis unter 50 Jahre5062562505,6 %4,9
50 bis unter 55 Jahre4812182635,3 %6,1
55 bis unter 60 Jahre4602232375,1 %5,4
60 bis unter 65 Jahre2881331553,2 %5,8
65 bis unter 70 Jahre211901212,3 %5,3
70 bis unter 75 Jahre199791202,2 %4,9
75 bis unter 80 Jahre193811122,1 %6,0
80 bis unter 85 Jahre238961422,6 %6,4
85 bis unter 90 Jahre12755721,4 %6,6
90 bis unter 95 Jahre4923260,54 %6,6
ab 95 Jahren11470,12 %5,8

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 3,8 Tagen (20 bis unter 25 Jahre) und ⌀ 6,6 Tagen (85 bis unter 90 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

54.269 Fälle

Überwiegend Allgemeine Psychiatrie (65 %)

  • Allgemeine Psychiatrie65 %35.510
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie13 %7.314
  • Psychosomatik/Psychotherapie13 %7.286
  • Pädiatrie2,4 %1.306
  • Innere Medizin2,2 %1.173
  • Übrige 23 Abteilungen3,1 %1.680
▸ Übrige einzeln
  • Neurologie2,1 %1.166
  • Kardiologie0,19 %102
  • Geriatrie0,16 %86
  • Gastroenterologie0,13 %73
  • Intensivmedizin0,13 %71
  • Sonstige Fachabteilung0,11 %62
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,044 %24
  • Chirurgie0,041 %22
  • Unfallchirurgie0,035 %19
  • Pneumologie0,024 %13
  • Orthopädie0,015 %8
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,013 %7
  • Kinderchirurgie0,009 %5
  • Endokrinologie0,007 %4
  • Nephrologie0,007 %4
  • Neurochirurgie0,007 %4
  • Dermatologie0,004 %2
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,004 %2
  • Urologie0,004 %2
  • Gefäßchirurgie0,002 %1
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,002 %1
  • Rheumatologie0,002 %1
  • Strahlenheilkunde0,002 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F43.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis29

Akute Belastungsreaktion
Primärschlüssel
Akute Belastungsreaktion mit Bewusstseinsstörung
Primärschlüssel
Akute Belastungsreaktion mit emotionaler Krise
Primärschlüssel
Akute Belastungsreaktion mit emotionaler Störung
Primärschlüssel
Akute Belastungsreaktion mit psychomotorischer Störung
Primärschlüssel
Akute Belastungsreaktion mit vorherrschender psychomotorischer Störung
Primärschlüssel
Akute Belastungsreaktion, Mischform
Primärschlüssel
Akute Hassreaktion
Primärschlüssel
Akute Krisenreaktion
Primärschlüssel
Akute nervöse Erschöpfung
Primärschlüssel
Akute psychische Dekompensation
Primärschlüssel
Akute Situationsreaktion
Primärschlüssel
Akute Situationsstörung
Primärschlüssel
Akute Stressreaktion
Primärschlüssel
Combat fatigue
Primärschlüssel
Erschöpfungsdelirium
Primärschlüssel
▸ noch 13 Einträge
Erschöpfungspsychose
Primärschlüssel
Kampfneurose
Primärschlüssel
Kriegsneurose
Primärschlüssel
Krisenzustand
Primärschlüssel
Notstandssyndrom
Primärschlüssel
Panikreaktion auf außergewöhnlichen Stress
Primärschlüssel
Präoperativer Konflikt
Primärschlüssel
Psychischer Schock
Primärschlüssel
Psychosoziale Krise
Primärschlüssel
Vorübergehende Fugue als Reaktion auf außerordentliche Belastung
Primärschlüssel
Vorübergehender Stupor als Reaktion auf außergewöhnlichen Stress
Primärschlüssel
Vorwiegend psychomotorische Störung bei reaktivem Ausnahmezustand
Primärschlüssel
Akute Belastung
zurückgezogenPrimärschlüssel

Änderungen

2010Bestand
Akute Belastungsreaktion

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2022 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte