F41.0 Panikstörung [episodisch paroxysmale Angst]

Kurz erklärt: Angststörung: übermäßige, belastende Angst — als Panikattacken, als anhaltende Besorgtheit oder gemischt.

ICD-10-GM 2022Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSARezidivierende depressive Störung (> 54 Jahre), sonstige, n.n.bez. rezidivierende depressive Störungen, dissoziative Störungen, n.n.bez., sonstige Angst- und anhaltende affektive Störungen — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Das wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende schwere Angstattacken (Panik), die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind. Wie bei anderen Angsterkrankungen zählen zu den wesentlichen Symptomen plötzlich auftretendes Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle, Schwindel und Entfremdungsgefühle (Depersonalisation oder Derealisation). Oft entsteht sekundär auch die Furcht zu sterben, vor Kontrollverlust oder die Angst, wahnsinnig zu werden. Die Panikstörung soll nicht als Hauptdiagnose verwendet werden, wenn der Betroffene bei Beginn der Panikattacken an einer depressiven Störung leidet. Unter diesen Umständen sind die Panikattacken wahrscheinlich sekundäre Folge der Depression.

Inklusive:

Panikattacke

Panikzustand

Exklusive:

Panikstörung mit Agoraphobie F40.01

Diagnosehäufigkeit

10.379 Fälle · 62 % Frauen · Gipfel 20 bis unter 25 Jahre · 44 % Allgemeine Psychiatrie’22

Rang 320 von 7.638 auf derselben Katalogebene · 0,060 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Männer ab etwa 42, der Frauen ab etwa 47 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr1100,010 %2,0
1 bis unter 5 Jahre000––
5 bis unter 10 Jahre17980,16 %1,8
10 bis unter 15 Jahre296652312,9 %11,3
15 bis unter 18 Jahre5461653815,3 %11,1
18 bis unter 20 Jahre3471132343,3 %18,1
20 bis unter 25 Jahre9283835458,9 %20,5
25 bis unter 30 Jahre7663594077,4 %20,8
30 bis unter 35 Jahre8253864397,9 %18,0
35 bis unter 40 Jahre8073594487,8 %20,2
40 bis unter 45 Jahre7173154026,9 %19,5
45 bis unter 50 Jahre6852514346,6 %20,5
50 bis unter 55 Jahre7593104497,3 %19,9
55 bis unter 60 Jahre8033144897,7 %21,9
60 bis unter 65 Jahre6862734136,6 %18,9
65 bis unter 70 Jahre5531853685,3 %16,7
70 bis unter 75 Jahre4651383274,5 %13,5
75 bis unter 80 Jahre3961032933,8 %12,6
80 bis unter 85 Jahre4571013564,4 %11,5
85 bis unter 90 Jahre250531972,4 %9,9
90 bis unter 95 Jahre719620,68 %7,1
ab 95 Jahren4220,039 %3,3

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 9,9 Tagen (85 bis unter 90 Jahre) und ⌀ 21,9 Tagen (55 bis unter 60 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

17.717 Fälle

Vor allem Allgemeine Psychiatrie und Psychosomatik/Psychotherapie (44 % und 19 %)

  • Allgemeine Psychiatrie44 %7.792
  • Psychosomatik/Psychotherapie19 %3.341
  • Innere Medizin17 %2.971
  • Neurologie6,8 %1.202
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie5,4 %958
  • Übrige 23 Abteilungen8,2 %1.453
▸ Übrige einzeln
  • Pädiatrie4,2 %737
  • Kardiologie2,0 %349
  • Geriatrie0,71 %126
  • Gastroenterologie0,43 %77
  • Sonstige Fachabteilung0,21 %37
  • Pneumologie0,16 %29
  • Intensivmedizin0,11 %20
  • Chirurgie0,090 %16
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,079 %14
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,068 %12
  • Nephrologie0,051 %9
  • Endokrinologie0,034 %6
  • Unfallchirurgie0,034 %6
  • Neurochirurgie0,023 %4
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,011 %2
  • Plastische Chirurgie0,011 %2
  • Augenheilkunde0,006 %1
  • Gefäßchirurgie0,006 %1
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,006 %1
  • Herzchirurgie0,006 %1
  • Rheumatologie0,006 %1
  • Thoraxchirurgie0,006 %1
  • Urologie0,006 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F41.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis9

Episodisch paroxysmale Angst
Primärschlüssel
Panik
Primärschlüssel
Panikanfall
Primärschlüssel
Panikattacke
Primärschlüssel
Panikneurose
Primärschlüssel
Panikstörung
Primärschlüssel
Paniksyndrom
Primärschlüssel
Panikzustand
Primärschlüssel
Panischer Anfall
Primärschlüssel

Änderungen

2010Bestand
Panikstörung [episodisch paroxysmale Angst]

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2022 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte