D68.33 Hämorrhagische Diathese durch Cumarine (Vitamin-K-Antagonisten)

ICD-10-GM 2023Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
CCL:123Complication and Comorbidity Level je Partition: Als Nebendiagnose kann dieser Kode mit den Stufen 1, 2, 3 in die PCCL-Berechnung eingehen.
Morbi-RSAPurpura und sonstige Gerinnungsstörungen und sonstige Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe bei anderenorts klassifizierten Krankheiten — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
ZE: ZE2023-139Diese Diagnose ist in Anlage 7 des Fallpauschalenkatalogs einem Zusatzentgelt zugeordnet. Abgerechnet wird es, wenn zusätzlich eine der auslösenden Prozeduren erbracht ist; die Schwellenwerte stehen in den Fußnoten unten.
⚖ Regellage2 verbindliche Regeln · 4 SEG-4-Empfehlungen · 1 offene Streitfrage · zuletzt 01.01.2026 — Regeln außerhalb des Katalogs
Inklusive:

Blutung bei Dauertherapie mit Cumarinen (Vitamin-K-Antagonisten)

Exklusive:

Dauertherapie mit Cumarinen ohne Blutung Z92.1

Regeln außerhalb des Katalogs6

gilt für Aufnahmen ab 01.09.2020 · auch für Rechnungen, die am 21.07.2020 in MD-Prüfung waren

Ein Patient wird wegen eines nichttraumatischen Rektusscheidenhämatoms unter Marcumar®-Einnahme (INR im therapeutischen Bereich) aufgenommen. Was ist die Hauptdiagnose?

Unerwünschte Nebenwirkungen indikationsgerechter Arzneimittel bei Einnahme gemäß Verordnung werden wie folgt kodiert:

Wie wird der medizinische Sachverhalt einer nichttraumatischen Blutung unter Therapie mit Phenprocoumon, die die stationäre Aufnahme veranlasste, kodiert?

Die Patientin wird aufgenommen wegen einer Makrohämaturie. Aus der Anamnese ist eine Therapie mit Marcumar® (Phenprocoumon) bekannt. Die Einnahme erfolgt auf Grund einer früheren Herzoperation. Im Rahmen des stationären Aufenthaltes wird ein Harnwegsinfekt diagnostiziert, der antibiotisch behandelt wird.

gilt über D68.3-FoKA: Konsens

Präoperativ wird bei einem antikoagulierten Patienten das Phenprocoumon abgesetzt und auf Grund des erniedrigten Quickwertes (INR) Vitamin K gegeben. Was wird als Nebendiagnose kodiert?

▸ noch 1 Regeln
gilt über D68.3-FoKA: Dissens

Wie werden Fälle mit Neueinstellung auf orale Antikoagulation (z. B. Phenprocoumon) oder bei Pausierung (z. B. wegen Operation) und anschließender Neueinstellung kodiert? Wann kann ein Kode aus D68.3- Hämorrhagische Diathese durch Antikoagulanzien und Antikörper kodiert werden?

▸ Für einen Fall prüfen: welche Regeln gelten am Aufnahmedatum?
Kodetext D68.33 im Jahrgang 2026 →

Kodierrichtlinien und Entscheidungen des Schlichtungsausschusses sind für alle verbindlich; SEG-4-Empfehlungen binden die Begutachtung des MD.

Diagnosehäufigkeit

1.574 Fälle · 54 % Männer · Gipfel 80 bis unter 85 Jahre · 44 % Innere Medizin’23

Die Statistik weist D68.33 nicht einzeln aus — die Zahlen gehören zu D68.3 mit allen Subkodes.

Rang 1300 von 7.684 auf derselben Katalogebene · 0,009 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 80 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr1010,064 %3,0
1 bis unter 5 Jahre5500,32 %4,0
5 bis unter 10 Jahre2200,13 %5,0
10 bis unter 15 Jahre6330,38 %5,2
15 bis unter 18 Jahre000––
18 bis unter 20 Jahre1010,064 %2,0
20 bis unter 25 Jahre5410,32 %6,2
25 bis unter 30 Jahre8260,51 %9,4
30 bis unter 35 Jahre9270,57 %3,8
35 bis unter 40 Jahre6240,38 %5,0
40 bis unter 45 Jahre209111,3 %6,4
45 bis unter 50 Jahre14590,89 %15,6
50 bis unter 55 Jahre3219132,0 %6,8
55 bis unter 60 Jahre6042183,8 %11,8
60 bis unter 65 Jahre9163285,8 %8,6
65 bis unter 70 Jahre11074367,0 %7,7
70 bis unter 75 Jahre1981188013 %10,9
75 bis unter 80 Jahre22512310214 %8,6
80 bis unter 85 Jahre34317416922 %8,9
85 bis unter 90 Jahre29414814619 %7,8
90 bis unter 95 Jahre11544717,3 %6,4
ab 95 Jahren2912171,8 %5,8

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 6,4 Tagen (90 bis unter 95 Jahre) und ⌀ 11,8 Tagen (55 bis unter 60 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

2.240 Fälle

Vor allem Innere Medizin und Chirurgie (44 % und 12 %)

  • Innere Medizin44 %975
  • Chirurgie12 %258
  • Kardiologie5,9 %133
  • Urologie5,8 %130
  • Gastroenterologie5,6 %126
  • Übrige 25 Abteilungen28 %618
▸ Übrige einzeln
  • Hämatologie und internistische Onkologie4,6 %102
  • Pädiatrie4,1 %92
  • Unfallchirurgie2,1 %47
  • Nephrologie1,8 %40
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe1,7 %39
  • Sonstige Fachabteilung1,5 %33
  • Herzchirurgie1,4 %32
  • Orthopädie1,4 %31
  • Zahn- u. Kieferheilkunde, Mund- u. Kieferchirurgie1,3 %30
  • Gefäßchirurgie1,2 %26
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde1,0 %23
  • Geriatrie0,98 %22
  • Rheumatologie0,80 %18
  • Intensivmedizin0,71 %16
  • Neurologie0,58 %13
  • Pneumologie0,54 %12
  • Dermatologie0,49 %11
  • Kinderkardiologie0,27 %6
  • Neonatologie0,27 %6
  • Kinderchirurgie0,22 %5
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,18 %4
  • Neurochirurgie0,18 %4
  • Endokrinologie0,13 %3
  • Geburtshilfe0,089 %2
  • Thoraxchirurgie0,045 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu D68.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Zusatzentgelte1

ZE2023-139
Gabe von Blutgerinnungsfaktorenindividuell
▸ 3 Fußnoten des Katalogs
  • Nach § 5 Absatz 2 Satz 3 der Fallpauschalenvereinbarung 2023 ist für diese Zusatzentgelte das bisher krankenhausindividuell vereinbarte Entgelt der Höhe nach bis zum Beginn des Wirksamwerdens der neuen Budgetvereinbarung weiter zu erheben. Dies gilt auch, sofern eine Anpassung der entsprechenden OPS-Kodes erfolgt sein sollte.
  • Die jeweils zugehörigen ICD-Kodes und ICD-Texte sind in Anlage 7 aufgeführt.
  • Für das Jahr 2023 gilt ein Schwellenwert in der Höhe von 6.000 € für die Summe der im Rahmen der Behandlung des Patienten für Blutgerinnungsfaktoren angefallenen Beträge. Ab Überschreitung dieses Schwellenwertes ist der gesamte für die Behandlung des Patienten mit Blutgerinnungsfaktoren angefallene Betrag abzurechnen.

Alphabetisches Verzeichnis10

Blutung bei Dauertherapie mit Cumarinen
Primärschlüssel
Blutung bei Dauertherapie mit Vitamin-K-Antagonisten
Primärschlüssel
Blutung bei Falithrom-Therapie
Primärschlüssel
Blutung bei Marcumar-Therapie
Primärschlüssel
Falithrom-Blutung
Primärschlüssel
Hämorrhagische Diathese durch Cumarine
Primärschlüssel
Hämorrhagische Diathese durch Vitamin-K-Antagonisten
Primärschlüssel
Marcumar-Blutung
Primärschlüssel
Rektusscheidenhämatom bei Falithrom-Therapie
Zwei Primärschlüssel
Rektusscheidenhämatom bei Marcumar-Therapie
Zwei Primärschlüssel

Änderungen1

2015Neu
Hämorrhagische Diathese durch Cumarine (Vitamin-K-Antagonisten)
übergeleitet aus D68.30

Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2023 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte