D005d Folgezustände und geplante Folgeeingriffe

VerwendungKodierrichtlinie — für die Kodierung stationärer Fälle verbindlich; sie geht den Hinweisen der Klassifikationen vor, soweit sie etwas anderes bestimmt.
19 ICDDiagnoseschlüssel, die der Regeltext oder seine Tabellen nennen. Sie sind dort verlinkt und stehen unten als Liste.
Beispiele: 9Kodes, die nur in den Beispielen vorkommen. Sie zeigen die Anwendung, sind aber nicht Gegenstand der Richtlinie — auf ihren Kodeseiten erscheint die Richtlinie deshalb nicht.
6 Min. LesezeitGrobe Schätzung nach der Länge des Volltextes — die amtliche Fassung nennt keinen Umfang.
15 Übungsaufgaben zu D005 Folgezustände und geplante Folgeeingriffe — selbst kodieren und sofort auswerten, im Kodiertrainer.

Wortlaut der Richtlinie

Folgezustände oder Spätfolgen einer Krankheit sind aktuelle Krankheitszustände, die durch eine frühere Krankheit hervorgerufen wurden.

Es gibt keine allgemeine zeitliche Beschränkung für die Verwendung der Schlüsselnummern für Folgezustände. Der Folgezustand kann schon im Frühstadium des Krankheitsprozesses offenbar werden, z.B. neurologische Defizite als Folge eines Hirninfarktes, oder er zeigt sich Jahre später, z.B. die chronische Niereninsuffizienz als Folge einer früheren Nierentuberkulose.

Die Kodierung der Folgezustände von Krankheiten erfordert zwei Schlüsselnummern:

  • eine für den aktuellen Rest-/Folgezustand und
  • eine Schlüsselnummer („Folgen von ...“), die ausdrückt, dass dieser Zustand Folge einer früheren Krankheit ist.

Der Restzustand oder die Art der Folgezustände werden an erster Stelle angegeben, gefolgt von der Schlüsselnummer „Folgen von ...“.

Wird ein Patient dagegen beispielsweise zu einer Sehnenoperation bei einem vor zwei Wochen stattgefundenen Sehnenriss im Fingerbereich aufgenommen, ist dies nicht als „Folgeerscheinung“ zu kodieren, da der Riss immer noch behandelt wird.

Spezifische Schlüsselnummern für die Ursachen von Spätfolgen sind:

B90.– Folgezustände der Tuberkulose

B91 Folgezustände der Poliomyelitis

B92 Folgezustände der Lepra

B94.– Folgezustände sonstiger und nicht näher bezeichneter infektiöser und parasitärer Krankheiten

E64.– Folgen von Mangelernährung oder sonstigen alimentären Mangelzuständen

E68 Folgen der Überernährung

G09 Folgen entzündlicher Krankheiten des Zentralnervensystems

I69.– Folgen einer zerebrovaskulären Krankheit

O94 Folgen von Komplikationen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett

T90–T98 Folgen von Verletzungen, Vergiftungen und sonstigen Auswirkungen äußerer Ursachen

Behandlung einer akuten Verletzung/Verbrennung und geplanter Folgeeingriff

Für die initiale und nachfolgende Behandlung einer aktuellen Verletzung/Verbrennung ist der Kode für die Verletzung/Verbrennung (weiterhin) als Hauptdiagnose zu verwenden.

Auch bei einer Aufnahme zu einer zweiten oder weiteren Operation nach einem Ersteingriff, die zum Zeitpunkt des Ersteingriffs im Rahmen der Gesamtbehandlung bereits als Folgeeingriff geplant war, wird die ursprüngliche Krankheit als Hauptdiagnose kodiert. Das gilt auch dann, wenn die ursprüngliche Krankheit nicht mehr vorhanden ist (siehe Beispiel 5 und 6).

Metallentfernungen und andere weitere Behandlungen einer Verletzung (z.B. Entfernung eines orthopädischen Nagels) sind zu unterscheiden von der Behandlung einer Folgeerscheinung der ursprünglichen Verletzung (siehe Beispiel 4). Diese Fälle sind mit dem passenden Kode für die ursprüngliche Verletzung als Hauptdiagnose gefolgt von einem zutreffenden Kode aus Kapitel XXI (z.B. Z47.0 Entfernung einer Metallplatte oder einer anderen internen Fixationsvorrichtung) als Nebendiagnose zu verschlüsseln, der zusammen mit dem entsprechenden Kode für die Prozedur den Bedarf einer weiteren Behandlung anzeigt.

Entscheidungen zu dieser Richtlinie1

SchlichtungKodierung Hauptdiagnose bei Wiederaufnahme zur Cholezystektomie nach ERCP bei Cholangitis oder Cholezystitis mit Gallenwegsobstruktion10.08.2023
gilt für Aufnahmen ab 01.10.2023 · auch für Rechnungen, die am 10.08.2023 in MD-Prüfung waren

Bei erneuter Aufnahme zur Cholezystektomie nach vorheriger ERCP-Steinentfernung richtet sich die Hauptdiagnose nach dem aktuellen Befund aus K80.-. Nicht mehr bestehende Obstruktion oder Entzündung wird nicht kodiert; Regeln zur Fallzusammenführung bleiben unberührt. Bezug: DKR D005.

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Kodes, die diese Richtlinie regelt19

B90.-Folgezustände der Tuberkulose
B91Folgezustände der Poliomyelitis
B92Folgezustände der Lepra
B94.-Folgezustände sonstiger und nicht näher bezeichneter infektiöser und parasitärer Krankheiten
E64.-Folgen von Mangelernährung oder sonstigen alimentären Mangelzuständen
E68Folgen der Überernährung
G09Folgen entzündlicher Krankheiten des Zentralnervensystems
I69.-Folgen einer zerebrovaskulären Krankheit
O94Folgen von Komplikationen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
T90.-Folgen von Verletzungen des Kopfes
T91.-Folgen von Verletzungen des Halses und des Rumpfes
T92.-Folgen von Verletzungen der oberen Extremität
T93.-Folgen von Verletzungen der unteren Extremität
T94.-Folgen von Verletzungen mehrerer oder nicht näher bezeichneter Körperregionen
T95.-Folgen von Verbrennungen, Verätzungen oder Erfrierungen
T96Folgen einer Vergiftung durch Arzneimittel, Drogen und biologisch aktive Substanzen
▸ noch 3 Einträge
T97Folgen toxischer Wirkungen von vorwiegend nicht medizinisch verwendeten Substanzen
T98.-Folgen sonstiger und nicht näher bezeichneter Wirkungen äußerer Ursachen
Z47.0Entfernung einer Metallplatte oder einer anderen inneren Fixationsvorrichtung

Kodes nur in Beispielen9

B94.0Folgezustände des Trachoms
G81.1Spastische Hemiparese und Hemiplegie
G83.2Monoparese und Monoplegie einer oberen Extremität
H54.4Blindheit und hochgradige Sehbehinderung, monokular
I69.4Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet
M84.03Frakturheilung in Fehlstellung: Unterarm [Radius, Ulna, Handgelenk]
S52.31Fraktur des distalen Radiusschaftes mit Luxation des Ulnakopfes
T92.1Folgen einer Fraktur des Armes
▸ noch 1 Einträge
5-787.35Entfernung von Osteosynthesematerial: Platte: Radiusschaft