Nr. 206 Wundverschluss, Narbenexzision, Dehnungsplastik, Exzision, lokale – durch Schlichtungsausschuss entschieden

VerwendungKodierempfehlung mit Entscheidung des Schlichtungsausschusses Bund — die Entscheidung ist für Krankenhäuser, Krankenkassen und Medizinische Dienste gleichermaßen verbindlich, aber nur für die geschilderte Fallkonstellation.
SchlichtungEntschieden durch den Schlichtungsausschuss auf Bundesebene (§ 19 KHG), veröffentlicht am 15.10.2020 — gilt für Aufnahmen ab 01.12.2020 und für Rechnungen, die an diesem Tag schon in MD-Prüfung waren. Seit 2022 stehen solche Entscheidungen auch in den Deutschen Kodierrichtlinien.
OPS:5-894,5-895,5-903
  • 5-894 Lokale Exzision von erkranktem Gewebe an Haut und Unterhaut
  • 5-895 Radikale und ausgedehnte Exzision von erkranktem Gewebe an Haut und Unterhaut
  • 5-903 Lokale Lappenplastik an Haut und Unterhaut
FoKA: DissensDer Fachausschuss für ordnungsgemäße Kodierung und Abrechnung der DGfM widerspricht dieser Empfehlung — die Frage ist zwischen MD und Krankenhäusern umstritten. Stand 15.09.2010. FoKA-Wiki ↗
2021-01-01Zuletzt überarbeitet (erstmals veröffentlicht 2007-12-18). SEG-4 arbeitet einzelne Empfehlungen über Jahre fort — der Stand sagt, wie aktuell diese Auffassung ist.
QuelleDatenbank der SEG-4-Kodierempfehlungen des Medizinischen Dienstes, Nr. 206, abgerufen am 25.09.2026.

Wortlaut der Empfehlung

Problem/Erläuterung:


Aufnahme eines Patienten zur Exzision einer schmerzhaften breiten Narbe am Unterschenkel. Zum Wundverschluss wurden die Wundränder durch Spreizen des Subkutangewebes mobilisiert und Burow-Dreiecke reseziert (kleine Hautdreiecke, die zum Längenausgleich an ungleich langen Wundrändern aus dem Endbereich des kürzeren Randes zu dessen Verlängerung herausgeschnitten werden), um ein kosmetisch gutes Ergebnis zu erzielen. Ist die zusätzliche Kodierung einer Dehnungsplastik mit einem OPS-Kode aus 5-903 Lokale Lappenplastik an Haut und Unterhaut korrekt?


Kodierempfehlung:


Entscheidung Schlichtungsausschuss:


Erfolgt die Aufnahme eines Patienten zur Exzision einer schmerzhaften breiten Narbe am Unterschenkel und werden zum Wundverschluss die Wundränder durch Spreizen des Subcutangewebes mobilisiert und Burow-Dreiecke reseziert (kleine Hautdreiecke, die zum Längenausgleich an ungleich langen Wundrändern aus dem Endbereich des kürzeren Randes zu dessen Verlängerung herausgeschnitten werden), um ein kosmetisch gutes Ergebnis zu erzielen, ist dies bei einer lokalen Exzision (Fläche von bis zu 4 cm2 oder Raum von bis zu 1 cm3) nicht zusätzlich mit einem OPS-Kode aus 5-903.- Lokale Lappenplastik an Haut und Unterhaut zu dem zutreffenden OPS-Kode aus 5-894.- Lokale Exzision von erkranktem Gewebe an Haut und Unterhaut zu kodieren.


Kodierempfehlung bis zur Entscheidung des Schlichtungsausschusses:


Bei jedem Wundverschluss im Rahmen einer Narbenexzision wird ein kosmetisch gutes Ergebnis angestrebt. Die im Einzelfall erforderliche Wundrandmobilisation, einschließlich der Entfernung kleiner Hautareale, um eine spannungsfreie Wundadaptation zu erzielen, ist als integraler Bestandteil einer Narbenexzision (5-894 Lokale Exzision von erkranktem Gewebe an Haut und Unterhaut) zu bewerten. Der Leistungsinhalt einer lokalen Lappenplastik (OPS 5-903 Lokale Lappenplastik an Haut und Unterhaut) kann aus den vorliegenden Informationen nicht abgeleitet werden.


Da es für die lokale Exzision eine klare Definition gibt, sind alle größeren Exzisionen (größer als 4 cm2 oder über 1 cm3) mit einem Kode aus 5-895 Radikale und ausgedehnte Exzision von erkranktem Gewebe an Haut und Unterhaut zu verschlüsseln.