F42.- Zwangsstörung

ICD-10-GM 2023Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen
Definition:

Wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die den Patienten immer wieder stereotyp beschäftigen. Sie sind fast immer quälend, der Patient versucht häufig erfolglos, Widerstand zu leisten. Die Gedanken werden als zur eigenen Person gehörig erlebt, selbst wenn sie als unwillkürlich und häufig abstoßend empfunden werden. Zwangshandlungen oder -rituale sind Stereotypien, die ständig wiederholt werden. Sie werden weder als angenehm empfunden, noch dienen sie dazu, an sich nützliche Aufgaben zu erfüllen. Der Patient erlebt sie oft als Vorbeugung gegen ein objektiv unwahrscheinliches Ereignis, das ihm Schaden bringen oder bei dem er selbst Unheil anrichten könnte. Im Allgemeinen wird dieses Verhalten als sinnlos und ineffektiv erlebt, es wird immer wieder versucht, dagegen anzugehen. Angst ist meist ständig vorhanden. Werden Zwangshandlungen unterdrückt, verstärkt sich die Angst deutlich.

Inklusive:

Anankastische Neurose

Zwangsneurose

Exklusive:

Zwangspersönlichkeit(sstörung) F60.5

Subkodes5

F42.0 Vorwiegend Zwangsgedanken oder GrübelzwangMorbi-RSA
F42.1 Vorwiegend Zwangshandlungen [Zwangsrituale]Morbi-RSA
F42.2 Zwangsgedanken und -handlungen, gemischtMorbi-RSA
F42.8 Sonstige ZwangsstörungenMorbi-RSA
F42.9 nicht näher bezeichnetMorbi-RSA

Diagnosehäufigkeit

4.894 Fälle · 54 % Frauen · Gipfel 20 bis unter 25 Jahre · 48 % Allgemeine Psychiatrie’23

Zusammengezählt über alle Kodes unter F42.-.

Rang 475 von 1.537 auf derselben Katalogebene · 0,028 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 28 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre2200,041 %10,0
5 bis unter 10 Jahre5832261,2 %43,8
10 bis unter 15 Jahre4181742448,5 %63,0
15 bis unter 18 Jahre4862362509,9 %61,5
18 bis unter 20 Jahre2821251575,8 %45,4
20 bis unter 25 Jahre84537746817 %49,5
25 bis unter 30 Jahre62626436213 %46,3
30 bis unter 35 Jahre51625026611 %45,5
35 bis unter 40 Jahre3781762027,7 %47,2
40 bis unter 45 Jahre3001531476,1 %47,5
45 bis unter 50 Jahre2331071264,8 %47,6
50 bis unter 55 Jahre2171031144,4 %43,5
55 bis unter 60 Jahre219981214,5 %47,1
60 bis unter 65 Jahre14888603,0 %43,7
65 bis unter 70 Jahre7838401,6 %40,5
70 bis unter 75 Jahre3220120,65 %35,6
75 bis unter 80 Jahre188100,37 %41,7
80 bis unter 85 Jahre191090,39 %38,3
85 bis unter 90 Jahre175120,35 %27,4
90 bis unter 95 Jahre1010,020 %14,0
ab 95 Jahren1010,020 %19,0

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 40,5 Tagen (65 bis unter 70 Jahre) und ⌀ 63,0 Tagen (10 bis unter 15 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

4.894 Fälle

Vor allem Allgemeine Psychiatrie und Psychosomatik/Psychotherapie (48 % und 32 %)

  • Allgemeine Psychiatrie48 %2.345
  • Psychosomatik/Psychotherapie32 %1.590
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie17 %813
  • Pädiatrie1,6 %77
  • Innere Medizin0,72 %35
  • Übrige 4 Abteilungen0,69 %34
▸ Übrige einzeln
  • Neurochirurgie0,59 %29
  • Neurologie0,061 %3
  • Geriatrie0,020 %1
  • Sonstige Fachabteilung0,020 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Zwangsstörung

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2023 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte