SEG-4 Kodierempfehlungen

37Insuffizienz, respiratorische – durch Schlichtungsausschuss entschiedenICD:J96.-
Erstellt2006-02-28
Aktualisiert2021-01-01
ICD:J96.-Respiratorische Insuffizienz, anderenorts nicht klassifiziert

Problem/Erläuterung:


Wann ist respiratorische Insuffizienz zu kodieren?


Kodierempfehlung:


Entscheidung Schlichtungsausschuss:


Eine respiratorische Insuffizienz (J96.-) kann kodiert werden, wenn bei Vorliegen diesbezüglich bestehender klinischer Zeichen (ein oder mehrere) unter Raumluft (sofern der Zustand des Patienten eine Messung unter Raumluft zulässt):

• eine pathologisch veränderte arterielle oder kapilläre Blutgasanalyse (z. B. Sauerstoffsättigung oder eine Hyperkapnie oder Hypoxämie (gemäß den Normwerten des verwendeten Analysegerätes) vorliegt oder

• eine erniedrigte Sauerstoffsättigung ? 92% (nur bei Messung durch eine periphere Pulsoxymetrie) gemessen wurde.


Kommentar SEG 4 zur Entscheidung des Schlichtungsausschusses:


Eine respiratorische Insuffizienz, J96.-, kann somit auch ohne BGA bei Vorliegen von klinischen Zeichen verbunden mit einer erniedrigten Sauerstoffsättigung (? 92%) kodiert werden.

Zur Differenzierung des Insuffizienztyps (hypoxisch oder hyperkapnisch) wird eine arterielle oder kapilläre Blutgasanalyse benötigt.


Kodierempfehlung bis zur Entscheidung des Schlichtungsausschusses:


Respiratorische Insuffizienz liegt vor, wenn pathologische Blutgasveränderungen im Sinne einer respiratorischen Partial- oder Globalinsuffizienz nachweisbar sind. Eine Dyspnoe ohne BGA-Veränderung (arterielle oder kapilläre) ist keine respiratorische Insuffizienz.


J96.- Respiratorische Insuffizienz, anderenorts nicht klassifiziert kann bei Aufwand (z. B. Sauerstoff-Gabe) zusätzlich zur Grundkrankheit verschlüsselt werden, wenn pathologische Blutgasveränderungen im Sinne einer respiratorischen Partial- oder Globalinsuffizienz nachgewiesen sind.


Für Fälle ab 2010 sind die Änderungen der DKR D003 zu Symptomen als Nebendiagnosen zu berücksichtigen.