DRGSystemDeutschland

Nr. 260Materialkombination, Frakturen, Osteosynthese

Verwendung
Kodierempfehlung — die abgestimmte Auffassung der Sozialmedizinischen Expertengruppe 4 der Medizinischen Dienste. Sie ist keine Rechtsnorm: verbindlich sind die Klassifikationen und die Deutschen Kodierrichtlinien, die der Empfehlung vorgehen.
  • 5-790 Geschlossene Reposition einer Fraktur oder Epiphysenlösung mit Osteosynthese
  • 5-810.6 Arthroskopische Gelenkoperation: Arthroskopisch assistierte Versorgung einer Fraktur
2025-01-01
Zuletzt überarbeitet (erstmals veröffentlicht 2009-10-22). SEG-4 arbeitet einzelne Empfehlungen über Jahre fort — der Stand sagt, wie aktuell diese Auffassung ist.

Wortlaut der Empfehlung

Problem/Erläuterung:


1. Welche Voraussetzungen müssen zur Kodierung einer Osteosynthese durch „Materialkombination“ bei der Versorgung von Frakturen (5-790 ff) vorliegen?


2. Wann sind verschiedene Osteosyntheseverfahren einzeln zu kodieren?


Kodierempfehlung:


Behandlungsfälle bis einschließlich 2009 werden wie folgt kodiert:


Ad 1.:

Dieselbe Lokalisation und derselbe Zugang mit mindestens zwei verschiedenen Verfahren (z. B. Platte und Zuggurtung) oder unterschiedlichen Werkstoffen (z. B. Zement und Metall)


• Kodierung mit einem Kode für Materialkombination.


Ad 2.:

Mehrere Lokalisationen oder dieselbe Lokalisation mit mehreren offen-chirurgischen Zugängen und/oder minimal-invasiven Zugängen zum Einbringen des Osteosynthesematerials:


• Kodierung der einzelnen Osteosyntheseverfahren.


Zweizeitiges Vorgehen:


• Kodierung der einzelnen Osteosyntheseverfahren.


Hinweis:

Wird eines der aufgeführten Verfahren arthroskopisch assistiert durchgeführt, ist zusätzlich der Kode 5-810.6 Arthroskopische Gelenkoperation, Arthroskopisch assistierte Versorgung einer Fraktur anzugeben.


Ab der OPS-Version 2010 sind die Kodes für Materialkombination bzw. Materialkombinationen im Geltungsbereich des G-DRG-Systems (§ 17b KHG) nicht zu verwenden. Stattdessen sind bei Kombinationen von Osteosynthesematerialien während eines Eingriffs alle Komponenten einzeln zu kodieren.