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Nr. 128Bronchoskopie, Bronchoalveoläre Lavage, BAL

Verwendung
Kodierempfehlung — die abgestimmte Auffassung der Sozialmedizinischen Expertengruppe 4 der Medizinischen Dienste. Sie ist keine Rechtsnorm: verbindlich sind die Klassifikationen und die Deutschen Kodierrichtlinien, die der Empfehlung vorgehen.
  • 1-620.0 Diagnostische Tracheobronchoskopie: Mit flexiblem Instrument
  • 1-620.31 Diagnostische Tracheobronchoskopie: Mit flexiblem ultradünnen Instrument: Mit bronchoalveolärer Lavage
  • 1-843 Diagnostische Aspiration aus dem Bronchus
2025-01-01
Zuletzt überarbeitet (erstmals veröffentlicht 2007-04-25). SEG-4 arbeitet einzelne Empfehlungen über Jahre fort — der Stand sagt, wie aktuell diese Auffassung ist.

Wortlaut der Empfehlung

Problem/Erläuterung:


Wann sind die Bedingungen für die Kodierung des OPS 1-620.01 Diagnostische Tracheobronchoskopie: Mit flexiblem Instrument, mit bronchoalveolärer Lavage erfüllt?


Kodierempfehlung:


Eine flexible diagnostische Tracheobronchoskopie (OPS 1-620.0-) beinhaltet die Inspektion des Tracheobronchialsystems und auch die dazu notwendige Entfernung von Sekreten bei Verschleimung.


Eine zusätzliche Entnahme von Bronchialsekret bei bestimmten Indikationen (Pneumonie, Raumforderung) zur weiteren mikrobiologischen oder zytologischen Diagnostik aus dem Tracheobronchialsystem erfolgt meist mittels eines Katheters durch Aspiration von Sekret und wird zusätzlich mit dem OPS 1-843 Diagnostische Aspiration aus dem Bronchus kodiert.


Zwei Voraussetzungen für die Kodierung des OPS 1-620.01 müssen erfüllt sein:

1. definierte Materialgewinnung

2. gezielte aufwändige Untersuchung der BAL-Flüssigkeit in Abhängigkeit vom Krankheitsbild/Indikation.


Bei speziellen Krankheitsbildern ist eine bronchoalveoläre Lavage (BAL) zur weiteren Differentialdiagnostik notwendig (z. B. interstitielle Lungenerkrankungen, infektiöse Prozesse bei immunsupprimierten Patienten). Dabei wird ein Segment- oder Subsegmentbronchus mit dem Bronchoskop intubiert und eine definierte Menge (100–300 ml) steriler NaCl-Lösung portionsweise (ca. 20 ml) instilliert und anschließend aspiriert. Das gewonnene Material repräsentiert die alveoläre Ebene und wird durch weitere Diagnostik komplex zytologisch untersucht (z. B. Spezialfärbung mit Antikörpern, Nachweis von Asbestfasern) und/oder mikrobiologisch aufgearbeitet. Die Anwendung des OPS 1-620.01 setzt die aufwändige Materialgewinnung nach der beschriebenen Technik und eine gezielte weiterführende Diagnostik der BAL-Flüssigkeit voraus.


Für Fälle ab 2022 steht neben dem OPS 1-620.01 auch der OPS 1-620.31 Diagnostische Tracheobronchoskopie: Mit flexiblem ultradünnen Instrument, mit bronchoalveolärer Lavage zur Kodierung einer BAL zur Verfügung.


Siehe auch Kodierempfehlung 164.