SEG-4 Kodierempfehlungen

122Blasenstein, Belastungsinkontinenz, Stressinkontinenz, TVT, KomplikationICD:N21.0,N39.47!,T83.8
Erstellt2006-11-23
Aktualisiert2025-01-01
ICD:N21.0Stein in der Harnblase
ICD:N39.47!Rezidivinkontinenz
ICD:T83.8Sonstige Komplikationen durch Prothesen, Implantate oder Transplantate im Urogenitaltrakt

Problem/Erläuterung:


Stationäre Aufnahme wegen eines ambulant zystoskopisch festgestellten, wandständigen Blasensteines bei Zustand nach TVT–Implantation (tension free vaginal tape) zwei Jahre zuvor. Die Diagnostik ergibt außerdem das Vorliegen einer Rezidiv-Belastungs-/Stressinkontinenz, der Blasenstein konnte nicht endoskopisch entfernt werden. Er hatte sich an dem partiell ins Blasenlumen verlagerten TVT gebildet. Therapeutisch erfolgte deshalb die Sectio alta mit TVT- und Blasensteinentfernung und eine Suspensionsoperation nach Burch. Was ist die Hauptdiagnose und wie ist sie zu verschlüsseln?


Kodierempfehlung:


Die Einweisung und Aufnahme erfolgte primär zur Entfernung eines wandständigen Blasensteines, der deshalb mit N21.0 Stein in der Harnblase als Hauptdiagnose zu verschlüsseln ist. Als Nebendiagnose kann neben N39.3 Belastungsinkontinenz [Stressinkontinenz] auch T83.8 Sonstige Komplikationen durch Prothesen, Implantate oder Transplantate im Urogenitaltrakt kodiert werden.


Für Fälle ab 2010 ist zusätzlich der Kode N39.47! Rezidivinkontinenz zu verschlüsseln.


Hinweis: Seit dem Jahr 2012 findet sich T83.8 nicht mehr in der CCL-Matrix.


Hinweis:

Nach dem BSG-Urteil vom 29.08.2023 (Az. B1 KR 25/22 R) sind bei der Festlegung der Hauptdiagnose alle bei Aufnahme ins Krankenhaus objektiv vorliegenden Leiden, welche stationär behandlungsbedürftig waren, nach Analyse ex post entsprechend dem Grad ihres Ressourcenverbrauchs zu berücksichtigen.