Eine 48-jährige Frau wird mit Gelbsucht und quälendem Juckreiz aufgenommen. Drei Wochen zuvor hatte sie wegen einer inzwischen ausgeheilten Nasennebenhöhlenentzündung zehn Tage lang Amoxicillin mit Clavulansäure wie verordnet eingenommen. Die Laborwerte bei Aufnahme zeigen ein cholestatisches Schädigungsmuster; sonographisch sind die Gallenwege am Aufnahmetag nicht erweitert und frei von Steinen. Serologische Untersuchungen während des Aufenthalts schließen virale und autoimmune Hepatitiden aus. Diagnostiziert wird eine arzneimittelbedingte toxische Leberschädigung mit Cholestase. Unter Ursodeoxycholsäure bilden sich Juckreiz und Gelbsucht zurück; am siebten Tag wird sie nach Hause entlassen.