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1001 Maschinelle BeatmungLernreihe1 von 12

Gelöstes Beispiel — lesen Sie, wie dieser Fall kodiert wird. Die nächsten Fälle lösen Sie selbst.

Vom Tubus auf die Maske

Ein 72-jähriger Mann wird am 11.03. um 20:50 Uhr mit einer Pneumokokken-Pneumonie (Antigennachweis im Urin bei Aufnahme) auf die Intensivstation aufgenommen und dort kontinuierlich überwacht; er ist tachypnoeisch, die arterielle Blutgasanalyse unter Raumluft bei Aufnahme zeigt einen pO2 von 48 mmHg bei normalem pCO2. Um 21:20 Uhr wird er intubiert und invasiv beatmet (Druckdifferenz über 6 mbar). Am 13.03. um 09:00 Uhr wird er extubiert und am selben Tag noch insgesamt 4 Stunden nichtinvasiv über eine Gesichtsmaske beatmet. Am 14.03. erhält er insgesamt 9 Stunden und am 15.03. insgesamt 5 Stunden Maskenbeatmung (jeweils Druckdifferenz über 6 mbar), danach keine Beatmung mehr. Die Pneumonie wird antibiotisch behandelt; am 16.03. wird er auf die Normalstation verlegt und am 19.03. nach Hause entlassen.

  • HauptdiagnoseJ13

    Die Pneumokokken-Pneumonie hat die Aufnahme veranlasst und wird behandelt (D002).

    „mit einer Pneumokokken-Pneumonie (Antigennachweis im Urin bei Aufnahme)“

  • NebendiagnoseJ96.00

    Klinisches Zeichen (Tachypnoe) und pathologische Blutgasanalyse unter Raumluft (1004); Hypoxämie bei normalem pCO2 = Typ I; mit Beatmung behandelt (D003).

    „die arterielle Blutgasanalyse unter Raumluft bei Aufnahme zeigt einen pO2 von 48 mmHg“

  • NebendiagnoseU69.04

    Hinweis bei J13: Für die externe Qualitätssicherung ist bei Erwachsenen der zeitliche Bezug der Pneumonie zur Aufnahme vorgesehen; sie bestand bei Aufnahme.

    „wird am 11.03. um 20:50 Uhr mit einer Pneumokokken-Pneumonie“

  • Prozedur8-701

    Zugang zur maschinellen Beatmung durch Intubation in diesem Krankenhaus (1001, Abschnitt 2a).

    „Um 21:20 Uhr wird er intubiert und invasiv beatmet“

  • Prozedur8-706

    Anlegen einer Maske zur maschinellen Beatmung nach der Extubation; auch dieser Zugang wurde in diesem Aufenthalt erbracht (1001, Abschnitt 2a).

    „nichtinvasiv über eine Gesichtsmaske beatmet“

  • Prozedur8-930

    Monitoring auf der Intensiv- bzw. Überwachungsstation: nach dem Hinweis bei 8-930 nur für intensivmedizinisch versorgte Patienten, einmal je Aufenthalt. Der Fall bewertet es nicht.

  • Beatmungsstunden80 h

    Zählung ab dem Anschluss an das Beatmungsgerät nach der Intubation (11.03. 21:20 Uhr). 11.03. (Aufnahmetag) nur die erbrachten 2 h 40 min; 12.03. 24 h; 13.03. 9 h invasiv + 4 h Maske = 13 h → 24 h; 14.03. 9 h Maske → 24 h; 15.03. 5 h → 5 h. Summe 79 h 40 min, aufgerundet 80 Stunden.

Beatmungsstunden nach 1001 (intensivmedizinisch versorgt, Druckdifferenz ≥ 6 mbar), je Kalendertag:

  • 11.03. (Aufnahmetag): 21:20–24:00 = 2 h 40 min, nur erbrachte Stunden;
  • 12.03.: durchgehend invasiv = 24 h;
  • 13.03.: 9 h invasiv + 4 h Maske = 13 h ≥ 8 h → 24 h (beatmungsfreie Intervalle zählen mit);
  • 14.03.: 9 h Maske ≥ 8 h → 24 h;
  • 15.03.: 5 h < 8 h → 5 h.

Summe 79 h 40 min, auf volle Stunden aufgerundet: 80 Beatmungsstunden (eigenes Datenfeld, kein OPS-Kode). Kodiert werden die Zugänge 8-701 und 8-706. Ein Weaning-Kode 8-718.70 entfällt, weil 8-718.7 mehr als 95 Beatmungsstunden voraussetzt. Diagnosen: J13 als Hauptdiagnose, J96.00 nach den Kriterien von 1004 (Tachypnoe, Blutgasanalyse unter Raumluft), U69.04 nach dem Hinweis bei J13.

Warum nicht …?

  • 8-718.70 — Warum nicht Beatmungsentwöhnung? Nach dem Hinweis bei 8-718.7 setzt der Kode eine Beatmungsdauer von mehr als 95 Stunden voraus; hier sind es 80 Stunden. Tägliche Spontanatmungsversuche sind zudem nicht beschrieben.
  • J96.09 — Warum nicht Typ n.n.bez.? Die Blutgasanalyse zeigt eine Hypoxämie bei normalem pCO2: Typ I.
  • R06.0 — Warum nicht Dyspnoe/Tachypnoe als Symptom? Die Atemstörung ist durch die kodierte respiratorische Insuffizienz erklärt (D003).

Quellen: DKR 2026 1001w, DKR 2026 1004u, S20220010, 8-718.70