Klinik für Neurologie Entlassungsbrief Patient: W. T., 76 Jahre, männlich Stationärer Aufenthalt: 10 Tage, Aufnahme über die Notaufnahme Diagnosen: - Ischämischer Schlaganfall links, Lyse - Hemiparese rechts, Aphasie, Dysphagie - Vorhofflimmern, Erstdiagnose - Arterielle Hypertonie - TIA vor drei Jahren Anamnese: Die Ehefrau fand den Patienten um 7:40 Uhr mit hängendem rechten Mundwinkel, Schwäche des rechten Arms und Sprachstörung; zuletzt gesund gesehen um 6:30 Uhr. Vor drei Jahren flüchtige Sehstörung als TIA gewertet, seither ASS, folgenlos. Bisher keine Herzrhythmusstörung bekannt. Aufnahmebefund: NIHSS 9: schlaffe, armbetonte Hemiparese rechts, nicht-flüssige Aphasie, pathologischer Wasserschlucktest. Blutdruck 178/96 mmHg, Körpergewicht 82 kg. Native CT des Schädels 20 Minuten nach Eintreffen: keine Blutung, frühe Infarktzeichen im linken Mediastromgebiet. Native MRT des Schädels am 2. Tag: akuter Territorialinfarkt der linken A. cerebri media mit embolischem Muster. Farbkodierte Duplexsonographie der hirnversorgenden Gefäße: keine relevanten Stenosen. Langzeit-EKG: paroxysmales Vorhofflimmern mit Episoden bis zu drei Stunden. TEE am 4. Tag: kein Thrombus im linken Vorhofohr, kein offenes Foramen ovale. Verlauf und Therapie: Systemische Thrombolyse mit Alteplase 74 mg i.v. (0,9 mg/kg Körpergewicht) um 8:25 Uhr. Überwachung und Behandlung auf unserer Stroke Unit vom Aufnahmetag bis zum 4. Tag, insgesamt 81 Stunden, im Rahmen der neurologischen Komplexbehandlung (Mindestmerkmale erfüllt). Unsere Stroke Unit hat keine eigene Möglichkeit zur Thrombektomie; dafür besteht eine Kooperation mit dem neurovaskulären Zentrum. Wir werten den Infarkt als kardioembolisch bei neu diagnostiziertem paroxysmalem Vorhofflimmern; Beginn der Antikoagulation mit Apixaban am 5. Tag, ASS abgesetzt. Die Schluckstörung wurde mit angedickter Kost und logopädischer Schlucktherapie behandelt und war am 4. Tag vollständig rückläufig; danach normale Kost. Die Hemiparese besserte sich unter Physio- und Ergotherapie (Armkraft 4/5 bei Entlassung), die Aphasie unter Logopädie deutlich; residuell Wortfindungsstörungen. Zur Blutdrucksenkung wurde Amlodipin zu Ramipril ergänzt, Zielwerte unter 140/90 mmHg erreicht. Medikation bei Entlassung: Apixaban 5 mg 1-0-1, Atorvastatin 40 mg 0-0-1, Ramipril 5 mg 1-0-0, Amlodipin 5 mg 1-0-0. Procedere: Direkte Verlegung in die neurologische Rehabilitation (Phase D). Fortführung von Logopädie, Physio- und Ergotherapie.